Plastikmüll – ein ernstzunehmendes Problem

Wussten Sie, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststoff in Westeuropa bei 136kg pro Jahr liegt und das ebenso die dreifache Menge des Weltverbrauchs ist? Leider macht Deutschland mit 25% das Rennen, dicht folgend von Italien, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Die Kunststoffherstellung nimmt von Jahr zu Jahr immer mehr zu, mittlerweile liegt diese bei etwa 300 Millionen Tonnen pro Jahr. Doch wie gelangt unser Plastikmüll in den Ozean, obwohl wir unseren Müll in Müllbehälter entsorgen? Wie wirkt sich der Plastikmüll auf unsere Umwelt aus? Und wie können wir unseren Plastikverbrauch reduzieren? Viele Fragen zum aktuellen und sehr ernst zu nehmenden Thema Plastikmüll.

Rund ein Drittel des Kunststoffes, welches jedes Jahr produziert wird, landet zu 80% im Meer. Aber woher kommt all dieser Müll? Es ist selbstverständlich, dass sehr viel Müll im Meer landet, in dem dieser am Strand einfach liegen gelassen wird oder generell nicht in dem vorhergesehenen Behälter entsorgt und dann vom Wind auf das Meer geweht wird. Ebenso intuitiv ist, dass Schiffe und der Fischfang auf dem Meer Müll produzieren.

Mal verliert ein Schiff eine Ladung oder entsorgt den lästigen Müll auf dem Meer, mal verliert ein Fischer sein Netz oder seine Boje. Wenn wir an Plastikmüll denken, denken wir oft zu aller erst an Verpackungsmaterial, Becher oder Plastiktüten. Aber das Stichwort hierzu ist Mikroplastik. Wie das Wort Mikroplastik schon sagt, handelt es sich hier um äußerst kleinen Plastikmüll, welcher meist über unser Abwasser in die Gewässer gelangt.

Vor allem Kosmetikprodukte enthalten winzig kleine Kunststoffpartikel. Wir reden hier nicht von der Verpackung der Kosmetik, sondern tatsächlich vom Inhalt. Oft werden kleine Kunststoffkügelchen dazugeben, als Schleifmittel, für eine bessere Konsistenz oder aber auch für einen besseren Glanz. Zum Beispiel Peelings oder Zahnpasta beinhalten Kunststoffpartikel, welche jeden Tag bei Benutzung in unser Abwasser gelangt, da sie zu klein sind, um gefiltert zu werden. Eine andere Ursache ist die Waschmaschine. Viele unserer Kleider bestehen aus synthetischen Fasern. Bei jeder Wäsche lösen sich Fasern, welche ebenfalls so fein sind und nicht gefiltert werden können. Pro Waschgang können bis zu 2000 kleine Fasern ungehindert in das Meer gelangen. Bei diesen Ursachen spricht man von primären Mikroplastik. Wie wir wissen verrottet Plastik nicht. Er braucht etwa 400 Jahre bis er sich aufgelöst hat. Eine PET-Flasche, die auf dem Meer schwimmt, wird von den Wellen und UV-Strahlen zersetzt und somit zu Mikroplastik. Hier spricht man von sekundären Mikroplastik. Der Kunststoff an sich ist meist nicht giftig, doch es werden oft Additive wie Weichmacher, Füllstoffe oder Farbpigmente hinzugegeben, welche den Kunststoff erst gefährlich machen.

Die Folgen der Verschmutzungen sind weitgehend klar. Nicht nur die Tiere leiden darunter, auch wir Menschen können damit geschädigt werden. Die Meeresbewohner verheddern sich in den Fischernetzen oder sterben durch den Verzehr des Mülls, da sie diese eventuell für Nahrung halten. Mittlerweile existiert sechs Mal mehr Mikroplastik, als Plankton. Das Mikroplastik wird somit zur Fischnahrung und daraus folgend, wird es auch zu Menschennahrung. Kurz gesagt: Wir ernähren uns zum Teils auch von unserem Plastikmüll, den wir produzieren! Da viele Kunststoffe auch mit chemischen Substanzen versetzt werden, können sie für uns Menschen gesundheitsschädlich sein. 20% des ganzen Mülls landet auf dem Land, wo bei der Zersetzung die chemischen Stoffe freigesetzt werden können. Plastikmüll begünstigt außerdem den Klimawandel!

Es gibt bereits einige Ideen, um die Verschmutzungen zu beseitigen. Doch alles in allem können wir diese Verschmutzung auch reduzieren oder gar verhindern, indem wir in unserem Alltag versuchen bei jeder Gelegenheit Plastikmüll zu vermeiden. Ebenfalls gibt es unzählige Organisationen, die gegen die Plastikverschmutzung ankämpfen.

Einige Tipps zur Reduzierung von Plastikmüll

1. Stofftaschen, anstatt Plastiktüten verwenden
2. Recyclen, anstatt alles direkt weg zu werfen
3. Leitungswasser trinken und auf Plastikflaschen verzichten
4. Produkte ohne Verpackungen kaufen, wie z.B. Obst oder Gemüse muss nicht in extra Tüten gepackt werden
5. Wiederverwendbare Verpackungen benutzen, wie Trinkflaschen oder Butterdosen
6. Lebensmittel in Gläsern bevorzugen
7. Den Coffee-to-go in einem Thermobecher trinken
8. Nachfüllpackungen bevorzugen
9. Kein Plastikgeschirr, Strohhalme oder Plastikbesteck verwenden
10. Bei Kosmetikprodukten auf die Inhaltsstoffe achten!

Dies sind nur einige von vielen Tipps zur Verminderung von Plastikmüll! Selbst wenn nur ein Tipp umgesetzt wird, wird bereits etwas weniger Müll produziert und somit etwas Gutes für die Umwelt getan

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