Latexhandschuhe waren über viele Jahre der Standard in Medizin, Reinigung, Gastronomie und Industrie. Heute greifen jedoch immer mehr Anwender zu Alternativen wie Nitrilhandschuhen. Der Grund: Viele Menschen reagieren empfindlich auf Latex oder vertragen die Handschuhe bei längerer Nutzung nicht gut. Doch woran liegt das eigentlich?
In diesem Beitrag erklären wir die häufigsten Ursachen und zeigen, welche Alternativen sich im Arbeitsalltag bewährt haben.
Latexallergie – wenn der Körper auf Naturkautschuk reagiert
Latex wird aus Naturkautschuk hergestellt und enthält natürliche Proteine. Genau diese Eiweiße können bei manchen Menschen eine allergische Reaktion auslösen. Man spricht dabei von einer sogenannten Typ-I-Allergie.
Typische Symptome sind:
- Juckreiz oder Rötungen an den Händen
- Hautausschlag oder Quaddeln
- Schwellungen
- tränende Augen oder Atembeschwerden in schweren Fällen
Besonders häufig trat dieses Problem früher im medizinischen Bereich auf, da dort sehr viele Latexhandschuhe getragen wurden. Heute setzen viele Einrichtungen bewusst auf latexfreie Alternativen.
Kontaktallergie durch Zusatzstoffe
Nicht immer ist das Latex selbst der Auslöser. Bei manchen Anwendern reagieren Haut und Immunsystem auf chemische Zusatzstoffe, die bei der Herstellung eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Vulkanisationsbeschleuniger oder Farbstoffe.
Diese sogenannte Typ-IV-Allergie zeigt sich oft erst verzögert:
- trockene oder rissige Haut
- Ekzeme
- Hautreizungen nach mehreren Stunden oder Tagen
Wichtig zu wissen: Diese Reaktion kann auch bei anderen Handschuhmaterialien auftreten, wenn entsprechende Zusatzstoffe enthalten sind.
Schwitzen und Hautreizungen bei längerer Tragedauer
Latexhandschuhe sind sehr elastisch und liegen eng an der Haut an. Dadurch entsteht schnell Wärme und Feuchtigkeit im Handschuh. Gerade bei längeren Arbeiten kann das dazu führen, dass:
- die Haut aufweicht
- die Hände stärker schwitzen
- Reizungen oder Druckstellen entstehen
Viele Anwender empfinden dies als Unverträglichkeit, obwohl keine echte Allergie vorliegt.
Warum Nitrilhandschuhe heute häufig die bessere Wahl sind
In vielen Bereichen haben sich Nitrilhandschuhe als Alternative zu Latex etabliert. Sie sind frei von Latexproteinen und daher für Allergiker geeignet. Gleichzeitig bieten sie eine hohe Reißfestigkeit und eine gute Beständigkeit gegenüber Ölen, Fetten und vielen Chemikalien.
Vorteile von Nitrilhandschuhen:
- latexfrei und allergikerfreundlich
- sehr gute Widerstandsfähigkeit
- guter Grip durch mikrogeraute Oberfläche
- geruchsneutral
- geeignet für Reinigung, Gastronomie, Pflege und Handwerk
Deshalb sind Nitrilhandschuhe heute in vielen professionellen Arbeitsbereichen der Standard.
Fazit: Latex ist nicht grundsätzlich schlecht – aber nicht für jeden geeignet
Latexhandschuhe bieten eine sehr gute Passform und ein feines Tastgefühl. Für Menschen mit empfindlicher Haut oder Latexallergie sind sie jedoch oft nicht die beste Wahl. Moderne Alternativen wie Nitril verbinden hohen Tragekomfort mit Sicherheit und sind deshalb im gewerblichen Einsatz zunehmend verbreitet.
Wer regelmäßig Handschuhe trägt, sollte das Material bewusst auswählen – denn nur ein gut verträglicher Handschuh ermöglicht angenehmes und sicheres Arbeiten über längere Zeit.
