Kaltreiniger werden überall dort eingesetzt, wo gewöhnliche Reinigungsmittel bei hartnäckigen öligen und fettigen Verschmutzungen an ihre Grenzen kommen. Sie lösen unter anderem Schmierfette, Motoröl, Maschinenöl, Wachs, Harz und – abhängig vom Produkt – auch Teerreste. Typische Einsatzgebiete sind Werkstätten, Industriebetriebe, Maschinenhallen und handwerkliche Betriebe.
Doch was genau unterscheidet einen Kaltreiniger von einem normalen Allzweckreiniger? Wie wird er richtig angewendet und für welche Materialien eignet er sich? In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Eigenschaften und zeigen, worauf bei der Verwendung geachtet werden sollte.
Was ist ein Kaltreiniger?
Als Kaltreiniger werden Reinigungsmittel bezeichnet, die bereits bei Raumtemperatur eine starke Reinigungs- und Entfettungswirkung erzielen. Die zu reinigenden Werkstücke oder die Reinigungsflüssigkeit müssen daher nicht erwärmt werden. Daher stammt auch die Bezeichnung „Kaltreiniger“.
Klassische Kaltreiniger basieren häufig auf organischen Lösemitteln beziehungsweise Kohlenwasserstoffen. Diese können hartnäckige Verschmutzungen wie Öl und Fett lösen, die sich mit Wasser allein nur schwer entfernen lassen.
Mittlerweile gibt es jedoch unterschiedliche Produktarten. Neben klassischen lösemittelbasierten Kaltreinigern werden auch wasserbasierte oder biologisch arbeitende Teilereiniger angeboten. Deshalb sollten vor der Anwendung immer die Produktbeschreibung, das Etikett und gegebenenfalls das Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Reinigers geprüft werden.
Was ist das Besondere an einem Kaltreiniger?
Die Besonderheit eines Kaltreinigers liegt vor allem in seiner hohen Fett- und Öllösekraft. Während ein gewöhnlicher Allzweckreiniger hauptsächlich leichte Verschmutzungen im Haushalt oder in gewerblichen Bereichen entfernt, ist ein Kaltreiniger speziell für technische Verschmutzungen entwickelt worden.
Zu seinen typischen Eigenschaften gehören:
- Hohe Lösekraft gegenüber Öl, Fett und Schmierstoffen
- Wirksamkeit bereits bei Raumtemperatur
- Geeignet für Maschinen, Werkzeuge und Metallteile
- Je nach Produkt auch für Harz-, Wachs- und Teerrückstände geeignet
- Anwendung durch Auftragen, Sprühen, Pinseln, Tauchen oder in einem Teilewaschgerät
- Häufig unverdünnt verwendbar
- Teilweise rückstandsarme Verdunstung
Welche Verschmutzungen entfernt ein Kaltreiniger?
Kaltreiniger kommen insbesondere bei Verschmutzungen zum Einsatz, die stark an einer Oberfläche haften oder nicht wasserlöslich sind. Dazu gehören beispielsweise:
- Motoröl und Maschinenöl
- Schmierfette
- Wachsartige Rückstände
- Harze
- Teer- und Bitumenreste, sofern das Produkt dafür geeignet ist
- Rußige und ölhaltige Ablagerungen
- Konservierungsöle
- Rückstände auf Werkzeugen und Maschinenteilen
- Fette Verschmutzungen an Motor- und Getriebeteilen
Nicht jeder Kaltreiniger entfernt automatisch alle genannten Rückstände. Entscheidend sind die jeweilige Rezeptur, die Einwirkzeit und die Materialverträglichkeit. Die Herstellerangaben sollten daher immer beachtet werden.
Wo werden Kaltreiniger eingesetzt?
Kaltreiniger werden vor allem in technischen, industriellen und handwerklichen Bereichen verwendet. Sie eignen sich weniger für die alltägliche Unterhaltsreinigung, sondern vielmehr für gezielte Entfettungs- und Reinigungsarbeiten.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Kfz-Werkstätten
- Maschinen- und Anlagenbau
- Metallverarbeitung
- Industrie und Produktion
- Landwirtschaftliche Betriebe
- Schlossereien und Handwerksbetriebe
- Instandhaltung und Wartung
- Reinigung von Werkzeugen und Ersatzteilen
- Teilereinigungsgeräte und Reinigungstische
In Werkstätten können mit einem geeigneten Kaltreiniger beispielsweise ausgebaute Metallteile, Werkzeuge, Ketten, Lagergehäuse oder ölverschmutzte Komponenten gereinigt werden.
Wie wird ein Kaltreiniger richtig angewendet?
Die genaue Anwendung hängt vom jeweiligen Produkt und vom zu reinigenden Gegenstand ab. Viele Kaltreiniger werden unverdünnt eingesetzt. Wasserbasierte Konzentrate können dagegen je nach Verschmutzung verdünnt werden. Maßgeblich ist immer die Dosierungs- und Anwendungsempfehlung des Herstellers.
- Groben Schmutz entfernen: Lose Verschmutzungen, Staub, Späne und starke Ablagerungen zunächst mechanisch entfernen.
- Materialverträglichkeit prüfen: Den Reiniger vor der großflächigen Anwendung an einer unauffälligen Stelle testen. Das gilt besonders für Lack, Kunststoff, Gummi, Dichtungen und beschichtete Oberflächen.
- Kaltreiniger auftragen: Je nach Produkt aufsprühen, mit einem Pinsel auftragen oder in einem geeigneten Reinigungsgerät verwenden. Kleine Bauteile können teilweise auch eingelegt werden.
- Einwirken lassen: Die vorgeschriebene Einwirkzeit einhalten und den Reiniger nicht länger als empfohlen auf der Oberfläche belassen.
- Verschmutzungen bearbeiten: Hartnäckige Ablagerungen bei Bedarf mit einem geeigneten Pinsel, einer Bürste oder einem Reinigungstuch lösen.
- Rückstände entfernen: Abhängig vom Produkt werden die gelösten Verschmutzungen abgewischt, abgesaugt oder abgespült.
Für welche Materialien ist ein Kaltreiniger geeignet?
Viele Kaltreiniger sind für widerstandsfähige Metalloberflächen ausgelegt. Dazu können Stahl, Eisen und teilweise Aluminium gehören. Ob ein Produkt tatsächlich auf einem bestimmten Metall eingesetzt werden darf, sollte immer anhand der Herstellerangaben geprüft werden.
Vorsicht ist unter anderem bei folgenden Materialien geboten:
- Lackierten Oberflächen
- Empfindlichen Kunststoffen
- Gummi und Dichtungen
- Plexiglas und Acrylglas
- Aluminium und Leichtmetallen
- Beschichteten oder versiegelten Oberflächen
- Holz und anderen saugfähigen Materialien
Lösemittel können bestimmte Kunststoffe aufweichen, Lacke anlösen oder Dichtungen beschädigen. Auch wasserbasierte alkalische Reiniger sind nicht automatisch für alle Oberflächen geeignet. Ein Materialtest an einer unauffälligen Stelle ist deshalb grundsätzlich empfehlenswert.
Ist ein Kaltreiniger mit Wasser mischbar?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Klassische lösemittelbasierte Kaltreiniger sind häufig nicht mit Wasser mischbar und werden unverdünnt verwendet. Daneben gibt es wasserbasierte Kaltreiniger und Konzentrate, die gezielt mit Wasser verdünnt werden können.
Ein nicht wassermischbarer Kaltreiniger sollte niemals eigenmächtig mit Wasser verdünnt werden. Dadurch kann die Reinigungswirkung beeinträchtigt werden. Außerdem können sich unerwünschte Gemische oder Emulsionen bilden. Ob und in welchem Verhältnis ein Reiniger verdünnt werden darf, steht auf dem Etikett, im technischen Datenblatt oder in der Produktbeschreibung.
Kaltreiniger oder Bremsenreiniger: Was ist der Unterschied?
Kaltreiniger und Bremsenreiniger werden teilweise für ähnliche Verschmutzungen verwendet, sind aber nicht grundsätzlich identisch.
Ein Bremsenreiniger ist meist sehr schnell verdunstend und für eine möglichst rückstandsfreie Reinigung ausgelegt. Er wird häufig punktuell an Bremsen-, Kupplungs- oder Motorkomponenten eingesetzt. Durch die schnelle Verdunstung ist die Einwirkzeit vergleichsweise kurz.
Ein klassischer Kaltreiniger verdunstet häufig langsamer. Dadurch kann er länger auf starken Fett- und Ölverschmutzungen einwirken. Er eignet sich unter anderem für das Reinigen von Werkzeugen, Maschinenteilen und größeren Bauteilen. Welches Produkt besser geeignet ist, hängt von der Anwendung, dem Material und den Anforderungen an die Rückstandsfreiheit ab.
Kaltreiniger oder Grundreiniger: Was ist der Unterschied?
Ein Grundreiniger wird überwiegend für die intensive Reinigung von Fußböden und wasserbeständigen Oberflächen verwendet. Er entfernt beispielsweise alte Pflegefilme, Wachsreste und fest haftende Verschmutzungen. Viele Grundreiniger sind wasserbasiert und alkalisch eingestellt.
Ein Kaltreiniger ist dagegen hauptsächlich für technische Öl- und Fettverschmutzungen vorgesehen. Er wird vor allem auf Maschinen, Werkzeugen und Werkstücken eingesetzt. Kaltreiniger sollten daher nicht ohne ausdrückliche Herstellerfreigabe als Grundreiniger für Fußböden verwendet werden.
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind wichtig?
Insbesondere lösemittelbasierte Kaltreiniger müssen sorgfältig verwendet werden. Abhängig von der Zusammensetzung können sie entzündlich sein, die Haut entfetten oder gesundheitsschädliche Dämpfe entwickeln.
- Produktetikett und Sicherheitsdatenblatt lesen
- Für ausreichende Belüftung sorgen
- Geeignete chemikalienbeständige Schutzhandschuhe tragen
- Bei Spritzgefahr eine Schutzbrille verwenden
- Haut- und Augenkontakt vermeiden
- Dämpfe und Sprühnebel nicht einatmen
- Von Feuer, Funken und heißen Oberflächen fernhalten
- Während der Arbeit nicht rauchen
- Gebinde nach Gebrauch wieder sorgfältig verschließen
- Reiniger niemals miteinander vermischen
- Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
Kaltreiniger dürfen keinesfalls zum Reinigen der Hände oder anderer Hautpartien verwendet werden. Sie können die natürliche Schutzschicht der Haut stark beeinträchtigen. Bei gewerblicher Verwendung sind zusätzlich die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und die geltenden Arbeitsschutzvorgaben zu berücksichtigen.
Wie wird gebrauchter Kaltreiniger entsorgt?
Gebrauchter Kaltreiniger kann gelöstes Öl, Fett, Metallabrieb und andere Schadstoffe enthalten. Er darf deshalb nicht in den Ausguss, die Kanalisation, den Boden oder ein Gewässer gelangen.
Die richtige Entsorgung richtet sich nach der Zusammensetzung des Produkts und den aufgenommenen Verschmutzungen. Produktreste und gebrauchte Reinigungsflüssigkeiten müssen entsprechend den örtlichen Vorschriften entsorgt werden. Im gewerblichen Bereich kann eine Entsorgung als gefährlicher Abfall erforderlich sein. Auch getränkte Tücher, Bindemittel und Rückstände sollten getrennt gesammelt und fachgerecht entsorgt werden.
Wie findet man den richtigen Kaltreiniger?
Bei der Auswahl sollte nicht ausschließlich auf eine möglichst hohe Reinigungskraft geachtet werden. Entscheidend ist, dass der Reiniger zur Verschmutzung, zur Oberfläche und zum vorgesehenen Verfahren passt.
- Welche Art von Öl, Fett oder Rückstand soll entfernt werden?
- Aus welchem Material besteht die zu reinigende Oberfläche?
- Soll der Reiniger schnell oder langsam verdunsten?
- Wird das Produkt manuell oder in einem Teilereinigungsgerät eingesetzt?
- Muss die Oberfläche anschließend vollständig rückstandsfrei sein?
- Wird ein wasserbasierter oder lösemittelbasierter Reiniger benötigt?
- Welche Anforderungen bestehen an Brandschutz und Arbeitssicherheit?
- Wie können Reiniger und Schmutzflotte anschließend entsorgt werden?
Fazit: Kraftvoller Spezialreiniger für technische Verschmutzungen
Kaltreiniger sind leistungsstarke Spezialreiniger für hartnäckige Öl-, Fett- und Schmierstoffrückstände. Ihr entscheidender Vorteil besteht darin, dass sie bereits bei Raumtemperatur wirken und keine Erwärmung des Reinigers oder des Werkstücks notwendig ist.
Besonders häufig werden sie in Werkstätten, Industrie, Handwerk und Instandhaltung eingesetzt. Da sich die erhältlichen Produkte in ihrer Zusammensetzung deutlich unterscheiden können, sollten Materialverträglichkeit, Anwendungshinweise und Sicherheitsvorgaben immer genau geprüft werden.
Ein bewährtes Produkt für starke Öl- und Fettverschmutzungen ist der Robbyrob Kaltreiniger zur Entfernung von Ölrückständen.
Häufige Fragen zu Kaltreinigern
Kann man Kaltreiniger auf Kunststoff verwenden?
Nur wenn der Hersteller den Reiniger ausdrücklich für den betreffenden Kunststoff freigibt. Viele Lösemittel können Kunststoffe anlösen, verfärben oder spröde machen. Vorher sollte immer ein Test an einer unauffälligen Stelle erfolgen.
Kann man Kaltreiniger mit Wasser verdünnen?
Nur wasserbasierte beziehungsweise ausdrücklich verdünnbare Produkte dürfen mit Wasser gemischt werden. Klassische lösemittelbasierte Kaltreiniger werden in der Regel unverdünnt verwendet.
Kann man mit Kaltreiniger einen Motor reinigen?
Geeignete Produkte können zur Reinigung bestimmter Motorbauteile verwendet werden. Elektrische Komponenten, Kunststoffteile, Dichtungen und empfindliche Beschichtungen müssen dabei geschützt werden. Die Freigaben des Fahrzeug- beziehungsweise Reinigerherstellers sind zu beachten.
Ist Kaltreiniger brennbar?
Viele lösemittelbasierte Kaltreiniger sind brennbar oder können entzündliche Dämpfe bilden. Das gilt jedoch nicht automatisch für jedes Produkt. Auskunft geben die Gefahrensymbole, das Etikett und das Sicherheitsdatenblatt.
Kann man Kaltreiniger für die Hände verwenden?
Nein. Kaltreiniger sind keine Handreiniger. Sie können die Haut stark entfetten und gesundheitsschädlich sein. Für verschmutzte Hände sollten ausschließlich dafür vorgesehene Hautreinigungsmittel verwendet werden.
Wie lange muss Kaltreiniger einwirken?
Die notwendige Einwirkzeit ist abhängig vom Produkt, der Oberfläche und dem Verschmutzungsgrad. Es sollte ausschließlich die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit verwendet werden.






