Eine Matratze wird jede Nacht über Stunden genutzt und nimmt dabei Feuchtigkeit, Hautschuppen und Staub auf. Dazu kommen kleine Unfälle: ein umgekippter Tee, ein Blutfleck, ein Malheur beim Kind oder bei pflegebedürftigen Angehörigen. In Hotels und Pflegeeinrichtungen stellt sich die Frage täglich.
Doch wie lässt sich eine Matratze reinigen, ohne sie zu durchnässen oder zu beschädigen? Was hilft bei Schweiß, Blut und Urin, und welche Rolle spielen Bezug, Lüften und Matratzenschutz? In diesem Beitrag zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen und wo die Grenzen der Reinigung liegen.
Warum muss eine Matratze überhaupt gereinigt werden?
Ein Mensch gibt über Nacht Feuchtigkeit ab, die zum großen Teil von der Matratze aufgenommen wird. Der Matratzenhersteller Schlaraffia beziffert diese Menge in seinen Pflegehinweisen auf durchschnittlich rund einen halben Liter pro Nacht. Diese Feuchtigkeit muss tagsüber wieder an die Raumluft abgegeben werden können.
Gelingt das nicht, etwa weil das Bett sofort gemacht wird oder die Luft unter der Matratze nicht zirkuliert, können sich Gerüche und sogenannte Stockflecken bilden. Hinzu kommen sichtbare Flecken durch Schweiß, Getränke oder Körperflüssigkeiten.
Was gehört zur regelmäßigen Matratzenpflege?
Die meiste Arbeit erledigt nicht das Reinigungsmittel, sondern die Routine. Bewährt haben sich diese Punkte aus Herstellerhinweisen:
- Bettdecke morgens zurückschlagen und die Matratze einige Stunden auslüften lassen, bevor das Bett gemacht wird
- Schlafraum regelmäßig lüften; Schlaraffia nennt als Orientierung 14 bis 17 °C Raumtemperatur und 40 bis 60 % relative Luftfeuchtigkeit
- Für Luftzirkulation von unten sorgen, also einen passenden Lattenrost verwenden und den Raum unter dem Bett nicht vollständig zustellen
- Matratze regelmäßig drehen und, sofern das Modell dafür ausgelegt ist, wenden
- Oberfläche bei jedem Bettwäschewechsel mit einer weichen Bürste abbürsten
Beim Drehen und Wenden lohnt sich ein Blick in die Unterlagen der Matratze. Schlaraffia empfiehlt beides bei jedem Bettwäschewechsel, spätestens nach vier bis sechs Wochen, nimmt aber Modelle mit einseitiger Auflage ausdrücklich davon aus. Diese Matratzen dürfen nur gedreht, nicht gewendet werden.
Matratze absaugen oder abbürsten: Was ist besser?
Hier gehen die Empfehlungen auseinander, und das hat einen sachlichen Grund. Schlaraffia rät in seinen Pflegehinweisen, die Matratze mit einer weichen Bürste zu reinigen und auf Ausklopfen und Absaugen zu verzichten, weil sonst die Feinpolsterschichten unnötig belastet werden. Das Verbrauchermagazin Öko-Test empfiehlt dagegen, bei jedem Bettwäschewechsel abzubürsten oder vorsichtig abzusaugen.
Für die Praxis bedeutet das: Maßgeblich sind die Angaben des jeweiligen Matratzenherstellers. Ist Absaugen zulässig, sollte mit reduzierter Saugleistung und einer Polsterdüse gearbeitet werden, nicht mit der harten Bodendüse. Geeignete Geräte und passendes Zubehör finden Sie in unserer Kategorie Staubsauger.
Den Matratzenbezug richtig waschen
Viele Matratzen haben einen abnehmbaren Bezug, der die eigentliche Reinigung deutlich erleichtert. Ob und wie er gewaschen werden darf, steht auf dem eingenähten Pflegeetikett. Nicht jeder abnehmbare Bezug ist automatisch waschbar: Schlaraffia unterscheidet zum Beispiel zwischen „waschbaren“ und „reinigungsfähigen“ Bezügen. Letztere gehören in die Hände eines Fachhändlers oder Reinigungsfachbetriebs.
Für waschbare Bezüge gelten in den Herstellerhinweisen meist ähnliche Regeln:
- Bezug einzeln waschen, bei großen Bezügen gegebenenfalls in einer Maschine mit größerer Trommel
- Nur so heiß waschen, wie das Etikett es erlaubt
- Feinwaschmittel verwenden, sofern der Hersteller nichts anderes angibt
- Nicht in den Wäschetrockner geben, weil der Bezug einlaufen kann
- An der Luft trocknen lassen und erst vollständig trocken wieder aufziehen
Der Matratzenkern selbst wird in der Regel nicht gewaschen. Er wird nur oberflächlich und punktuell behandelt, wie in den folgenden Abschnitten beschrieben.
Matratze reinigen: Flecken Schritt für Schritt entfernen
Für die Fleckenbehandlung gilt ein Grundsatz: so wenig Feuchtigkeit wie möglich. Eine Matratze trocknet im Inneren nur langsam, und zurückbleibende Nässe kann Gerüche und Stockflecken verursachen. Gearbeitet wird deshalb mit einem feuchten Tuch und einem geeigneten Polsterreiniger, nicht mit dem Eimer.
- Schnell handeln: Frische Flecken lassen sich in der Regel leichter entfernen als eingetrocknete. Flüssigkeit sofort mit einem saugfähigen Tuch aufnehmen.
- Bettwäsche und Bezug abnehmen: Laken und, wenn möglich, den Bezug abziehen und nach Pflegeetikett waschen. So wird sichtbar, ob der Fleck bis in den Kern gelangt ist.
- Materialverträglichkeit prüfen: Das Reinigungsmittel zuerst an einer unauffälligen Stelle testen. Das gilt besonders für Wolle, Seide und andere empfindliche Bezugsstoffe.
- Reiniger auf das Tuch geben: Den Polsterreiniger nach Herstellerangabe verdünnen und auf ein sauberes, helles Tuch geben, statt die Matratze direkt einzusprühen.
- Tupfen statt reiben: Den Fleck von außen nach innen abtupfen. Kräftiges Reiben verteilt den Schmutz und kann die Oberfläche aufrauen.
- Mit klarem Wasser nacharbeiten: Reinigerreste mit einem nur leicht feuchten Tuch aufnehmen und anschließend mit einem trockenen Tuch nachtupfen.
- Gründlich trocknen lassen: Die Matratze an einem gut belüfteten Ort vollständig trocknen lassen, bevor Bezug und Bettwäsche wieder aufgezogen werden.
Ein Reiniger, der sich mit sehr wenig Feuchtigkeit verarbeiten lässt, ist der Solution Nr. 2 Teppich- und Polsterreiniger. Laut technischem Produktblatt wird er für die Polsterreinigung im Verhältnis 1:8 bis 1:20 mit Wasser verdünnt, zur gezielten Fleckentfernung pur oder bis 1:3. Das Konzentrat enthält keine Tenside. Der Hersteller gibt es für alle wasser- und farbechten Oberflächen frei, für Wolle empfiehlt er andere Produkte. Mehr zum Produkt lesen Sie in unserer Produktvorstellung zu Solution Nr. 2.
Welche Flecken lassen sich wie behandeln?
Nicht jeder Fleck reagiert gleich. Die folgende Übersicht fasst zusammen, worauf es bei den häufigsten Verschmutzungen auf Matratzen ankommt:
| Fleck | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Schweiß | Gelbliche Ränder entstehen meist über längere Zeit. Bezug waschen, Matratze punktuell mit verdünntem Polsterreiniger abtupfen, gut trocknen lassen. Ältere Verfärbungen verschwinden oft nicht vollständig. |
| Blut | Nur mit kaltem Wasser arbeiten, da Wärme Eiweiß fixieren kann. Mit einem kalt angefeuchteten Tuch tupfen, nicht reiben. |
| Urin | Sofort aufnehmen, sparsam feucht reinigen, sehr gründlich trocknen. Verfärbungen und Gerüche sind nicht immer vollständig zu beseitigen. |
| Getränke | Flüssigkeit sofort aufsaugen, dann mit Polsterreiniger abtupfen. Bei Kaffee kann die Fleckentfernung eingeschränkt sein. |
Urin auf der Matratze: Was ist zu tun?
Urin gehört zu den schwierigsten Fällen, weil er schnell in die Tiefe zieht und Gerüche hinterlassen kann. Entscheidend ist, die Flüssigkeit sofort und so vollständig wie möglich mit saugfähigen Tüchern aufzunehmen. Dabei kräftig andrücken, aber nicht reiben. Anschließend wird die Stelle wie oben beschrieben mit wenig Reinigungslösung abgetupft und gründlich getrocknet.
Realistisch bleiben ist dabei wichtig. Der Hersteller von Solution Nr. 2 weist in seinem Produktblatt selbst darauf hin, dass die Fleckentfernung bei Urin und Kaffee eingeschränkt sein kann, weil diese Flecken mit Faser und Farbe reagieren können. Für Gerüche aus organischen Verschmutzungen werden häufig Enzymreiniger eingesetzt. Wie diese arbeiten und wofür sie sich eignen, erklären wir im Beitrag Was sind Enzymreiniger und wie funktionieren sie? Ob ein Produkt auf Matratzen verwendet werden darf, sollte vorher anhand der Herstellerangaben geprüft werden.
Ist eine Matratze wiederholt oder großflächig durchnässt worden, lässt sie sich mit Hausmitteln oft nicht mehr zufriedenstellend reinigen. Dann kann eine professionelle Matratzenreinigung oder ein Austausch sinnvoller sein.
Matratze reinigen mit Natron oder Dampfreiniger?
Natron wird häufig als trockenes Hausmittel genannt. Öko-Test beschreibt, es auf Flecken zu streuen, einige Stunden einwirken zu lassen und die Reste anschließend abzusaugen oder abzubürsten. Ob das bei einem bestimmten Fleck hilft, hängt von Art und Alter der Verschmutzung ab.
Beim Dampfreiniger ist mehr Vorsicht geboten. Er bringt Hitze und Feuchtigkeit in die Matratze, also genau das, was bei der Matratzenreinigung möglichst vermieden werden soll. Ein Dampfgerät sollte deshalb nur eingesetzt werden, wenn der Matratzenhersteller dies für sein Modell erlaubt.
Kaltschaum, Federkern, Latex, Visco: Gibt es Unterschiede?
Die Grundregeln gelten für alle Matratzentypen: wenig Feuchtigkeit, tupfen statt reiben, gründlich trocknen. Allgemeingültige Unterschiede zwischen Kaltschaum, Federkern, Latex und Visco lassen sich aus den Herstellerangaben jedoch nicht ableiten. Welche Behandlung erlaubt ist, hängt vom konkreten Aufbau und vom Bezug ab.
Einige Hinweise aus Herstellerunterlagen sind dennoch hilfreich. Schlaraffia empfiehlt, Matratzenkerne vor UV-Licht zu schützen, weil direkte Sonneneinstrahlung sie beschädigen kann. Matratzen mit Naturkautschuk-Kern sollen zudem nicht gefaltet, gerollt oder geknickt werden. Im Zweifel hilft ein Blick in die Pflegeanleitung.
Matratzenpflege in Hotellerie und Pflege
In Hotels und Pflegeeinrichtungen werden Matratzen deutlich stärker beansprucht als im Privathaushalt. Hier zahlt sich Vorbeugung besonders aus: Ein Fleck, der gar nicht erst in die Matratze gelangt, muss auch nicht entfernt werden. Zum Einsatz kommen deshalb häufig Matratzenschutzbezüge, die zwischen Matratze und Laken liegen.
Im Sortiment gibt es dafür unterschiedliche Ausführungen. Wasserdichte, abwaschbare Spannbezüge aus Polyethylen sind laut Herstellerdatenblatt für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ausgelegt. Varianten aus dreilagigem SMS-Vlies sind feuchtigkeitsundurchlässig und zugleich atmungsaktiv. Der MaiMed Einweg-Matratzenschoner besteht laut Datenblatt aus flüssigkeitsundurchlässigem chloriertem Polyethylen, ist als Medizinprodukt der Klasse I gekennzeichnet und dient als Schutzbezug für einen sicheren Kontaminationsschutz.
Für Flecken, die trotzdem auftreten, eignet sich im Objektbereich ein gebrauchsfertiges Produkt wie der Dreiturm Teppich & Polster Fleckenentferner. Er ist laut Hersteller für wasser- und leicht alkalibeständige Polster vorgesehen, arbeitet ohne Tenside und wird auf ein Tuch gesprüht, mit dem der Fleck direkt bearbeitet wird. Das Produkt ist ausschließlich für den gewerblichen Gebrauch bestimmt.
Ob in einer Einrichtung zusätzlich desinfiziert werden muss, regelt der jeweilige Hygieneplan, nicht der Reinigungsratgeber. Hier sind die Vorgaben der Einrichtung und des Hygienefachpersonals maßgeblich. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wo liegen die Grenzen der Matratzenreinigung?
Eine Matratze lässt sich pflegen und punktuell reinigen, aber nicht wie ein Wäschestück vollständig waschen. Folgende Grenzen sollten Sie kennen:
- Durchnässte Matratzen trocknen im Inneren nur schwer vollständig; großflächiges Nassreinigen ist deshalb ungeeignet
- Ältere Flecken und Verfärbungen lassen sich oft nur aufhellen, nicht vollständig entfernen
- Wolle, Seide und andere empfindliche Bezüge benötigen besondere Produkte oder eine Fachreinigung
- Stockflecken weisen auf ein Feuchtigkeitsproblem hin, das durch Lüften und Luftzirkulation gelöst werden muss
Bei gesundheitlichen Fragen, etwa bei einer Hausstauballergie, ersetzt die Matratzenreinigung keine fachliche Beratung. Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, klären Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Schutzmaßnahmen sind bei der Reinigung wichtig?
Auch milde Polster- und Teppichreiniger sind Reinigungschemie. Je nach Sicherheitsdatenblatt gilt:
- Produktetikett und Sicherheitsdatenblatt vor der Anwendung lesen
- Bei direktem Kontakt mit dem Produkt geeignete Schutzhandschuhe tragen
- Für ausreichende Belüftung des Raums sorgen, besonders beim Sprühen
- Sprühnebel nicht einatmen und nicht in Richtung Gesicht sprühen
- Verschiedene Reinigungsmittel niemals miteinander mischen
- Gereinigte Stellen erst wieder belegen, wenn sie vollständig trocken sind
Fazit: Wenig Feuchtigkeit, viel Geduld beim Trocknen
Eine Matratze bleibt vor allem durch Routine gepflegt: tägliches Auslüften, regelmäßiges Drehen und Abbürsten sowie ein Bezug, der nach Pflegeetikett gewaschen wird. Flecken werden schnell, sparsam feucht und tupfend behandelt, und die Matratze muss anschließend vollständig trocknen. Ob Absaugen, Wenden oder Dampf erlaubt sind, entscheidet der Hersteller der jeweiligen Matratze.
In Hotellerie und Pflege lohnt sich zusätzlich ein flüssigkeitsdichter Matratzenschutz, damit Verschmutzungen gar nicht erst in den Kern gelangen. Weitere Produkte für die Reinigung von Polstern und Textilien finden Sie unter Reinigungsmittel für textile Beläge.
Ein bewährtes Konzentrat für die punktuelle Reinigung von Polstern mit wenig Feuchtigkeit ist der Solution Nr. 2 Teppich- und Polsterreiniger, sofern der Bezug wasser- und farbecht ist.
Häufige Fragen zum Matratze reinigen
Wie oft sollte eine Matratze gereinigt werden?
Auslüften sollte täglich erfolgen, Abbürsten bei jedem Bettwäschewechsel. Öko-Test nennt für eine gründlichere Reinigung ein- bis zweimal im Jahr als Richtwert. Flecken sollten dagegen sofort behandelt werden, weil sie frisch leichter zu entfernen sind.
Kann man eine Matratze nass reinigen?
Davon ist abzuraten. Eine durchnässte Matratze trocknet im Inneren nur sehr langsam, was Gerüche und Stockflecken begünstigen kann. Besser ist es, punktuell mit einem nur feuchten Tuch und wenig Reinigungslösung zu arbeiten.
Wie bekomme ich Urin aus der Matratze?
Die Flüssigkeit sofort mit saugfähigen Tüchern aufnehmen, ohne zu reiben. Danach die Stelle mit verdünntem Polsterreiniger abtupfen, mit klarem Wasser nacharbeiten und gründlich trocknen lassen. Ob Verfärbungen und Gerüche vollständig verschwinden, hängt davon ab, wie tief und wie lange der Urin eingewirkt hat.
Darf man eine Matratze absaugen?
Das hängt vom Hersteller ab. Manche Hersteller raten vom Absaugen ab, weil es die Polsterschichten belastet, und empfehlen eine weiche Bürste. Ist Absaugen erlaubt, sollte mit geringer Saugleistung und einer Polsterdüse gearbeitet werden.
Kann ich den Matratzenbezug in der Waschmaschine waschen?
Nur, wenn das eingenähte Pflegeetikett das erlaubt. Manche Bezüge sind lediglich „reinigungsfähig“ und gehören in eine Fachreinigung. Waschbare Bezüge werden einzeln, nicht heißer als angegeben gewaschen und an der Luft getrocknet.
Wie lange muss eine Matratze nach der Reinigung trocknen?
Eine feste Zeit lässt sich nicht nennen, da sie von Feuchtigkeitsmenge, Material und Raumklima abhängt. Entscheidend ist, dass die Matratze vollständig trocken ist, bevor Bezug und Bettwäsche wieder aufgezogen werden.
