Mikrofasertücher gehören in der Gebäudereinigung, in Hotelküchen, Praxen und im Haushalt zur Grundausstattung. Sie nehmen Staub, Fett und Schmutz mit wenig oder ganz ohne Reinigungsmittel auf. Diese Leistung hängt allerdings an einer Voraussetzung: Die feinen Fasern müssen offen und sauber bleiben. Wer Mikrofaser falsch wäscht, hat nach wenigen Wochen ein Tuch, das Schmutz nur noch verschiebt.
Dieser Beitrag beantwortet die Fragen, die sich beim Waschen am häufigsten stellen: Bei wie viel Grad werden Mikrofasertücher gewaschen? Welches Waschmittel eignet sich, und warum ist Weichspüler tabu? Dürfen die Tücher in den Trockner? Und was gilt, wenn Reinigungstextilien in Bereichen mit besonderen Hygieneanforderungen eingesetzt werden?
Warum Mikrofaser besondere Pflege braucht
Mikrofasern sind deutlich feiner als Baumwollfasern. Bei hochwertigen Reinigungstüchern werden die Fasern zusätzlich aufgespalten, sodass zwischen ihnen viele feine Zwischenräume entstehen. Genau dort wird der Schmutz festgehalten. Ein Mikrofasertuch reinigt also vor allem mechanisch, und das funktioniert nur, solange diese Zwischenräume frei sind.
Alles, was die Fasern verklebt oder überzieht, mindert deshalb die Reinigungsleistung: Weichspüler, Wachsrückstände, zu viel Waschmittel oder Fusseln aus Baumwollwäsche. Auch hohe Hitze im Trockner kann Kunstfasern schaden. Die Regeln für die Pflege ergeben sich fast alle aus diesem Prinzip. Wie sich Mikrofaser grundsätzlich von Baumwolle unterscheidet, erklärt der Beitrag Mikrofasertücher vs. Baumwolltücher.
Bei wie viel Grad wäscht man Mikrofasertücher?
Eine einheitliche Temperatur für alle Mikrofasertücher gibt es nicht. Maßgeblich ist immer das Pflegeetikett beziehungsweise die Herstellerangabe des jeweiligen Tuchs. Die Spanne ist groß: Viele professionelle Tücher sind für 60 °C ausgelegt, einige vertragen bis 95 °C, manche Haushaltstücher dagegen nur 30 oder 40 °C.
Ein Beispiel aus dem Profibereich ist das Vileda Professional MicroTuff Universal Microfasertuch: Der Hersteller nennt hier eine maximale Waschtemperatur von 95 °C. Für andere Tücher derselben Familie gibt Vileda die Anzahl der Waschzyklen bezogen auf 60 °C an. Auch andere Hersteller von Reinigungstextilien empfehlen für ihre Profi-Tücher und Mopps 60 bis 95 °C.
Für die Praxis bedeutet das:
- 60 °C ist für die meisten professionellen Mikrofasertücher eine gute Standardtemperatur, sofern das Etikett sie erlaubt.
- Höhere Temperaturen nur nutzen, wenn der Hersteller sie ausdrücklich freigibt.
- Angaben aus dem Haushaltsbereich lassen sich nicht auf Profi-Tücher übertragen und umgekehrt.
Welches Waschmittel eignet sich?
Grundsätzlich lassen sich Mikrofasertücher mit einem normalen Vollwaschmittel waschen. Eine einheitliche Empfehlung der Hersteller zu Pulver oder Flüssigwaschmittel gibt es nicht. Wichtiger als die Form ist die Menge: Überdosiertes Waschmittel wird schlechter ausgespült und kann sich in den Fasern absetzen. Die Dosierung richtet sich nach Wasserhärte, Beladung und Verschmutzungsgrad und steht auf der Verpackung.
Uneinheitlich sind die Angaben zu Bleichmitteln. Manche Hersteller schließen bleichmittelhaltige Waschmittel ausdrücklich aus, andere lassen Sauerstoffbleiche zu. Bei farbigen Tüchern kommt hinzu, dass Bleiche die Farbe angreifen kann, was bei farbcodierten Reinigungssystemen ein echtes Problem ist. Hier gilt ebenfalls: Pflegehinweis des Tuchs beachten. Eine Auswahl an Voll- und Colorwaschmitteln finden Sie in der Kategorie Waschmittel.
Warum Weichspüler Mikrofaser schadet
In diesem Punkt sind sich alle Hersteller einig: Weichspüler gehört nicht an Mikrofasertücher. Er legt sich als Film auf die Fasern und füllt die feinen Zwischenräume, in denen sonst der Schmutz hängen bleibt. Das Tuch fühlt sich danach zwar weich an, nimmt aber weniger Schmutz und Feuchtigkeit auf und hinterlässt eher Schlieren.
Dasselbe gilt für Waschmittel mit Weichspülzusatz, sogenannte 2-in-1-Produkte. Ist ein Tuch bereits mit Weichspüler gewaschen worden, hilft oft eine erneute Wäsche ohne Weichspüler, um die Rückstände zu reduzieren. Ob die ursprüngliche Saugfähigkeit vollständig zurückkehrt, hängt vom Tuch und der Menge des Weichspülers ab.
Mikrofasertücher richtig waschen: Schritt für Schritt
- Grobschmutz entfernen: Krümel, Haare und lose Partikel ausschütteln. Stark verschmutzte Tücher vorher in klarem Wasser ausspülen.
- Sortieren: Mikrofaser getrennt von Baumwolle waschen. Stark verschmutzte Tücher, etwa aus dem Sanitärbereich, nicht mit Küchen- oder Glastüchern mischen.
- Pflegeetikett prüfen: Maximale Waschtemperatur und Hinweise zu Bleiche und Trockner beachten.
- Waschmittel dosieren: Vollwaschmittel nach Herstellerangabe dosieren, nicht überdosieren. Keinen Weichspüler zugeben.
- Waschprogramm wählen: Temperatur passend zum Tuch, die Trommel nicht überladen, damit die Tücher ausreichend gespült werden.
- Trocknen: Je nach Herstellerangabe im Trockner bei niedriger Temperatur oder an der Luft. Nicht bügeln.
- Kontrollieren: Tücher, die nach der Wäsche fettig, verfilzt oder verfärbt sind, aussortieren.
Warum Mikrofaser getrennt gewaschen wird
Die Trennung hat zwei Gründe. Zum einen geben Baumwolltextilien Fusseln ab, die sich in der Mikrofaser verfangen und später beim Reinigen auf Glas und glatten Flächen landen. Zum anderen sollen Tücher aus unterschiedlich verschmutzten Bereichen nicht gemeinsam gewaschen werden. Ein Tuch aus dem WC-Bereich gehört nicht in dieselbe Ladung wie die Tücher für Arbeitsflächen in der Küche.
Auch die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut empfiehlt in ihrer Empfehlung zur Aufbereitung von Reinigungstextilien eine Trennung, etwa nach Verschmutzungsgrad, Material und Chemikalieneintrag. Für Betriebe mit Farbcodierung bietet es sich an, die Tücher nach Farben zu sammeln und getrennt zu waschen.
Dürfen Mikrofasertücher in den Trockner?
Hier unterscheiden sich die Herstellerangaben deutlich. Einige erlauben den Trockner bei niedriger Temperatur, andere raten davon ab. Bügeln wird durchgehend nicht empfohlen, weil Hitze die Kunstfasern verformen kann. Das Pflegeetikett gibt den Ausschlag.
Aus hygienischer Sicht spricht einiges für die maschinelle Trocknung: Die KRINKO-Empfehlung für den Gesundheitsbereich sieht sie vor und lehnt die Lufttrocknung von Reinigungstextilien wegen der Gefahr einer erneuten Verkeimung ab. Im Haushalt ist das Trocknen an der Luft dagegen üblich. Wichtig ist dann, dass die Tücher vollständig und zügig trocknen und nicht feucht im Eimer oder in der Wäschetonne liegen bleiben.
Wie oft lässt sich ein Mikrofasertuch waschen?
Die Lebensdauer hängt stark von der Qualität ab. Hersteller geben für ihre Tücher Waschzyklen an, die je nach Produkt von etwa 20 bis zu mehreren hundert Wäschen reichen. Bei Vileda Professional liegt das MicroTuff Easy Microfasertuch laut Hersteller bei bis zu 20 Wäschen, während Tücher der MicroTuff-Familie wie das r-MicroTuff Swift für deutlich mehr Waschzyklen ausgelegt sind.
Solche Angaben beziehen sich auf bestimmte Prüfbedingungen. Im Alltag verkürzen Überdosierung, Bleiche, Weichspüler und zu heißes Trocknen die Nutzungsdauer. Ein Tuch ist reif für den Austausch, wenn es Schmutz nicht mehr aufnimmt, sondern verschmiert, wenn es sich hart oder verfilzt anfühlt oder sichtbar ausfranst. Welche Tuchqualität zu welcher Aufgabe passt, zeigt der Ratgeber So finden Sie das richtige Mikrofasertuch.
Mikrofasertuch von Hand waschen
Wenn keine Waschmaschine zur Verfügung steht, lassen sich Mikrofasertücher auch von Hand waschen. Dazu das Tuch in warmem Wasser mit wenig Waschmittel durchkneten, gründlich mit klarem Wasser ausspülen, bis keine Schaumreste mehr austreten, und anschließend ausgebreitet trocknen lassen.
Die Handwäsche entfernt groben Schmutz und frische Verschmutzungen, erreicht aber nicht die Temperaturen und die Spülleistung einer Maschinenwäsche. Für Tücher, die regelmäßig in Küche oder Sanitärbereich eingesetzt werden, ist sie deshalb nur eine Übergangslösung.
Mikrofaser in Bereichen mit Hygieneanforderungen
Im Gesundheitswesen, in Pflegeeinrichtungen und in anderen Bereichen mit besonderen Hygieneanforderungen reicht eine normale Wäsche nicht immer aus. Die KRINKO unterscheidet zwischen Reinigungstextilien, die auch in einer Haushaltswaschmaschine aufbereitet werden können, und Textilien für die Desinfektion. Für Letztere ist ein thermisches oder chemothermisches Desinfektionswaschverfahren mit nachgewiesener Wirksamkeit vorgesehen, bei externer Vergabe etwa über eine Wäscherei mit entsprechender Gütesicherung.
Welche Anforderungen im eigenen Betrieb gelten, legt der Hygieneplan fest. Eine heiße Haushaltswäsche mit bleichmittelhaltigem Waschmittel reduziert zwar Keime, ersetzt aber kein validiertes Desinfektionswaschverfahren. Werden dafür Desinfektionswaschmittel eingesetzt, gilt: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Typische Fehler beim Waschen von Mikrofaser
- Weichspüler oder 2-in-1-Waschmittel: verklebt die Fasern und mindert die Reinigungsleistung.
- Gemeinsam mit Baumwolle waschen: Fusseln setzen sich in der Mikrofaser fest.
- Überdosieren: Waschmittelrückstände bleiben im Tuch und führen zu Schlieren.
- Zu heiß waschen oder trocknen: Temperaturen über der Herstellerangabe können die Fasern beschädigen.
- Feucht liegen lassen: Benutzte, nasse Tücher im Eimer begünstigen Gerüche und Keimwachstum.
- Bügeln: Hitze kann die Kunstfasern verformen.
Zum Schutz der Haut empfiehlt es sich, stark verschmutzte Tücher, besonders aus dem Sanitärbereich, beim Sortieren mit Handschuhen anzufassen.
Fazit: Sauber gewaschene Fasern reinigen am besten
Ein Mikrofasertuch reinigt nur so gut, wie seine Fasern offen sind. Die wichtigsten Regeln sind deshalb schnell zusammengefasst: Temperatur nach Pflegeetikett, sparsam dosiertes Vollwaschmittel, kein Weichspüler, getrennt von Baumwolle waschen und schonend trocknen. Bei Bleiche und Trockner entscheidet die Herstellerangabe des jeweiligen Tuchs.
In Bereichen mit Hygienevorgaben bestimmt der Hygieneplan, wie Reinigungstextilien aufbereitet werden. Dort ersetzt eine normale Wäsche kein geprüftes Desinfektionswaschverfahren.
Wer Tücher für häufige Kochwäschen sucht, sollte auf die freigegebene Waschtemperatur achten. Ein bewährtes Tuch für den professionellen Einsatz ist das Vileda Professional MicroTuff Universal, das laut Hersteller bis 95 °C gewaschen werden kann. Weitere Tücher in verschiedenen Farben und Qualitäten finden Sie in der Kategorie Mikrofasertücher, passende Bezüge für die Bodenreinigung unter Wischmopps und Wischbezüge.
Häufige Fragen zum Waschen von Mikrofasertüchern
Kann man Mikrofasertücher bei 90 °C waschen?
Das hängt vom Tuch ab. Einige professionelle Mikrofasertücher sind laut Hersteller bis 95 °C waschbar, viele andere nur bis 60 °C, manche Haushaltstücher noch weniger. Maßgeblich ist das Pflegeetikett. Ohne Angabe ist 60 °C für Profi-Tücher die sicherere Wahl.
Warum riecht ein Mikrofasertuch nach dem Waschen noch?
Häufige Ursachen sind zu niedrige Waschtemperaturen, eine überladene Trommel oder Tücher, die vor der Wäsche lange feucht gelegen haben. Auch Waschmittelreste können zu Gerüchen beitragen. Benutzte Tücher sollten daher möglichst bald gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden.
Darf man Mikrofasertücher mit Hygienespüler waschen?
Hygienespüler werden im letzten Spülgang zugegeben und enthalten oft Zusätze, die auf der Faser verbleiben können. Ob ein Produkt für Mikrofaser geeignet ist, steht auf seinem Etikett oder in den Herstellerangaben des Tuchs. Im Zweifel auf solche Zusätze verzichten und stattdessen die Waschtemperatur nach Pflegeetikett ausschöpfen.
Kann ich Mikrofasertücher zusammen mit Handtüchern waschen?
Besser nicht. Handtücher aus Baumwolle geben Fusseln ab, die sich in der Mikrofaser festsetzen. Außerdem sollten Reinigungstücher grundsätzlich nicht mit Körperwäsche gemischt werden.
Wie erkenne ich, dass ein Mikrofasertuch ausgetauscht werden muss?
Ein Tuch, das Schmutz verschmiert statt aufnimmt, sich hart oder verfilzt anfühlt oder an den Rändern ausfranst, hat seine Reinigungsleistung weitgehend verloren. Auch ausgebleichte Farben sind bei farbcodierten Systemen ein Grund zum Austausch, weil die Zuordnung sonst nicht mehr eindeutig ist.
Wie trocknet man Mikrofasertücher am besten?
Je nach Herstellerangabe im Trockner bei niedriger Temperatur oder ausgebreitet an der Luft. Wichtig ist, dass die Tücher vollständig trocknen und nicht gebügelt werden. In Bereichen mit Hygieneanforderungen gelten die Vorgaben des Hygieneplans.
