Fliesen lassen sich mit einem feuchten Tuch schnell sauber wischen – die Fugen dazwischen nicht. Sie liegen tiefer als die Fliesenoberfläche, sind rau und nehmen Schmutz, Fett und Seifenreste leichter auf. Nach einigen Monaten wirken helle Fugen grau, in Duschen und Küchen oft fast schwarz. Das betrifft Privathaushalte genauso wie Sanitärräume in Büros, Hotelbäder oder Großküchen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Fugen schneller verschmutzen als Fliesen, welche Fugenarten es gibt und warum das für die Wahl des Reinigers entscheidend ist. Außerdem zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie Fliesenfugen reinigen, welche Werkzeuge sich bewährt haben und wann eine Reinigung nicht mehr ausreicht.
Warum verschmutzen Fugen schneller als Fliesen?
Glasierte Fliesen und Feinsteinzeug haben eine dichte, glatte Oberfläche. Zementäre Fugen sind dagegen offenporig. Wischwasser, Fett, Hautpartikel und Kalk dringen in die Poren ein und bleiben dort, auch wenn die Fliese daneben längst wieder sauber ist. Hinzu kommt, dass Fugen etwas tiefer liegen: Beim Wischen gleitet das Tuch über sie hinweg, und der gelöste Schmutz sammelt sich genau dort.
Ein weiterer Grund ist schmutziges Wischwasser. Wird mit zu wenig Wasserwechsel gewischt, verteilt sich der Schmutz gleichmäßig über die Fläche und setzt sich in den Fugen ab. Deshalb werden Fugen in stark genutzten Bereichen wie Eingängen, Küchen und Duschen besonders schnell dunkel.
Welche Fugenarten gibt es?
Bevor ein Reiniger gewählt wird, sollte klar sein, woraus die Fuge besteht. Im Wohn- und Objektbereich kommen vor allem drei Arten vor:
- Zementäre Fugen: Die häufigste Fugenart bei Wand- und Bodenfliesen. Sie sind offenporig und empfindlich gegenüber Säuren.
- Epoxidharzfugen: Werden vor allem in Großküchen, Lebensmittelbetrieben und stark beanspruchten Bereichen eingesetzt. Sie sind dicht und chemisch deutlich beständiger als Zementfugen.
- Silikonfugen: Dauerelastische Fugen an Übergängen, etwa zwischen Wanne und Wand, in Ecken oder an Duschtassen. Sie sind keine Fliesenfugen im eigentlichen Sinn und verhalten sich bei der Reinigung anders.
Ist nicht bekannt, welche Fugenart verlegt wurde, lohnt eine Nachfrage beim Fliesenleger oder in den Pflegeunterlagen. Im Zweifel ist die Fuge wie eine zementäre Fuge zu behandeln, denn diese ist die empfindlichste der drei.
Warum saure Reiniger für Zementfugen problematisch sind
Im Bad liegt der Griff zum Kalklöser nahe. Genau hier ist Vorsicht geboten: Zementäre Fugen enthalten kalkhaltige Bindemittel. Saure Reiniger – ob auf Basis von Zitronensäure, Essig oder Phosphorsäure – lösen nicht nur Kalkflecken, sondern greifen auch die Fuge selbst an. Fugenmörtelhersteller wie Mapei und Weber weisen darauf hin, dass zementhaltige Fugen deshalb mit neutralen oder alkalischen Reinigern gepflegt werden sollten. Häufiger Einsatz saurer Mittel macht die Fugenoberfläche rau, sie nimmt dann noch mehr Schmutz auf und kann langfristig ausbröckeln.
Lässt sich ein saurer Reiniger nicht vermeiden, etwa bei starken Kalkablagerungen in der Dusche, sollten die Fugen vorher gründlich mit Wasser vorgenässt und nach der Anwendung mit klarem Wasser nachgespült werden. So kann weniger Säure in die Poren eindringen. Die Unterschiede zwischen sauren und alkalischen Reinigern erklärt unser Beitrag Unterschied alkalisch und sauer ausführlicher.
Welcher Reiniger eignet sich für Fliesenfugen?
Entscheidend ist, dass der Reiniger zur Verschmutzung und zur Fugenart passt. Für die meisten Fugen in Küche und Bad kommen zwei Gruppen in Frage:
- Spezielle Fugenreiniger: Sie sind auf fettige und ölige Beläge, Seifenreste und Pflegemittelfilme ausgelegt, die Fugen grau werden lassen. Ein Beispiel ist der HOTREGA Fugen-Reiniger. Laut Hersteller entfernt er Koch- und Bratrückstände, Seifen-, Wachs- und Pflegefilmreste und ist für Fugen an Wand- und Bodenfliesen aus Natur- und Kunststein, Klinkern und Riemchen vorgesehen.
- Fliesenreiniger mit Aktivsauerstoff: Reiniger auf Basis von Wasserstoffperoxid lösen Verfärbungen durch Oxidation. Das Poliboy Fliesen & Fugen Konzentrat enthält laut Sicherheitsdatenblatt Bleichmittel auf Sauerstoffbasis und Tenside und ist für geflieste Böden und Wände innen und außen vorgesehen.
Eine Auswahl weiterer Produkte finden Sie in unserer Kategorie Reinigungsmittel für Fliesen. Bei allen Produkten gilt: Die Angaben auf Etikett und Produktdatenblatt zu Dosierung, Einwirkzeit und geeigneten Materialien haben Vorrang vor allgemeinen Tipps.
Welches Werkzeug braucht man zum Fugenreinigen?
Der Reiniger löst den Schmutz, entfernt wird er mechanisch. Ohne passende Bürste bleibt ein Großteil in den Poren. Bewährt haben sich:
- Fugenbürsten: Schmale Handbürsten mit hartem Besatz, der in die Fuge hineinreicht. Die Haug Fugenbürste hart ist schmal gebaut und in mehreren Farben erhältlich, sodass sie sich in ein Farbsystem für unterschiedliche Bereiche einordnen lässt.
- Fugenschrubber mit Stielaufnahme: Für Bodenfugen auf größeren Flächen, etwa in Küchen oder Sanitärräumen, ist ein Schrubber am Stiel rückenschonender als die Arbeit auf den Knien.
- Schwamm oder Tuch: Zum Verteilen des Reinigers und zum Aufnehmen der gelösten Verschmutzung.
- Eimer mit klarem Wasser: Zum Nachspülen. Reinigerreste in der Fuge ziehen sonst neuen Schmutz an.
Weitere Modelle für Fugen, Ecken und Kanten finden Sie unter Handbürsten und im Bereich Bürsten & Handgeräte. Drahtbürsten aus Messing oder Edelstahl sind für Fliesenfugen nur mit Vorsicht geeignet, da sie glasierte Fliesenkanten verkratzen können. Sie gehören eher in Werkstatt und Lebensmittelbetrieb, wo robuste Oberflächen zu reinigen sind.
Fliesenfugen reinigen: Schritt für Schritt
Die folgende Anleitung beschreibt das Vorgehen für zementäre Fugen an Wand und Boden. Die Angaben des jeweiligen Reinigers gehen immer vor.
- Groben Schmutz entfernen: Boden fegen oder saugen, Wandflächen trocken abwischen. Lose Partikel würden sich sonst beim Schrubben in die Fugen einarbeiten.
- Fugen vornässen: Die Fläche mit klarem Wasser anfeuchten. Das ist besonders wichtig, wenn ein saurer Reiniger verwendet wird.
- Reiniger auftragen: Den Fugenreiniger direkt auf die Fugen sprühen oder das Konzentrat nach Herstellerangabe verdünnen. Beim HOTREGA Fugen-Reiniger empfiehlt der Hersteller, aus etwa 20 cm Entfernung zu sprühen und das Produkt mit Schwamm oder Tuch gleichmäßig zu verteilen.
- Einwirken lassen: Die Einwirkzeit laut Etikett abwarten. Der Reiniger darf dabei nicht antrocknen – bei warmen Temperaturen lieber kleinere Abschnitte bearbeiten.
- Ausbürsten: Mit der Fugenbürste entlang der Fuge arbeiten, nicht quer darüber. So bleibt der Druck in der Fuge und die Fliesenkanten werden geschont.
- Gründlich nachspülen: Mit reichlich klarem Wasser nachwischen und das Schmutzwasser aufnehmen. Bei Bodenflächen hilft ein Wasserschieber oder ein Nasssauger.
- Trocknen lassen und prüfen: Erst die getrocknete Fuge zeigt das Ergebnis. Bei Bedarf den Vorgang an stark verschmutzten Stellen wiederholen.
Was tun bei dunklen Flecken in Silikonfugen?
Schwarze Punkte in Silikonfugen an Wanne und Dusche sind häufig Schimmelbefall. Oberflächliche Beläge lassen sich mit einem geeigneten Schimmelentferner behandeln. Ist der Schimmel jedoch in das Silikon eingewachsen, bleibt die Verfärbung oft auch nach mehreren Behandlungen sichtbar. In diesem Fall ist es in der Regel sinnvoller, die Silikonfuge zu erneuern.
Welche Produkte für welche Oberfläche in Frage kommen und worin sich chlorhaltige und chlorfreie Mittel unterscheiden, beschreibt unser Beitrag Chlorhaltiger oder chlorfreier Schimmelentferner. Eine Übersicht finden Sie in der Kategorie Schimmel Entferner. Bei großflächigem oder wiederkehrendem Schimmel sollte die Ursache von einer Fachkraft geklärt werden, da eine Reinigung das Feuchtigkeitsproblem nicht behebt.
Welche Materialgrenzen gilt es zu beachten?
Nicht jeder Reiniger passt zu jeder Fliese und jeder Fuge. Folgende Punkte sollten vor der Anwendung geprüft werden:
| Produkttyp | Nicht geeignet bzw. mit Vorsicht |
|---|---|
| Saure Reiniger (Kalklöser, Sanitärreiniger) | Zementäre Fugen bei häufiger Anwendung, Marmor, Terrazzo, Travertin, Naturstein, Emaille, Aluminium |
| Chlorhaltige Produkte | Farbige Fugen und nicht farbechte Materialien; nie mit sauren Reinigern mischen |
| Reiniger mit Aktivsauerstoff | Farbige Fugen und empfindliche Oberflächen vorab an unauffälliger Stelle testen |
| Scheuermittel und Drahtbürsten | Glasierte Fliesenkanten, Acryl, beschichtete Kunststoffe, poliertes Edelstahl |
Bei Natursteinbelägen wie Marmor oder Kalkstein ist besondere Vorsicht geboten, da hier nicht nur die Fuge, sondern auch die Platte selbst säureempfindlich ist. Grundsätzlich gilt: Materialverträglichkeit vorab an einer unauffälligen Stelle prüfen.
Welche Schutzmaßnahmen sind sinnvoll?
Fugenreiniger und Fliesenreiniger sind wirksame Chemie, auch wenn sie im Haushalt eingesetzt werden. Das Poliboy Fliesen & Fugen Konzentrat ist laut Sicherheitsdatenblatt beispielsweise mit dem Gefahrenhinweis H318 („Verursacht schwere Augenschäden“) gekennzeichnet; der Hersteller empfiehlt eine dicht schließende Schutzbrille und Schutzhandschuhe aus Nitril.
- Beim Arbeiten Schutzhandschuhe tragen – passende Modelle finden Sie unter Handschuhe für Arbeiten mit Chemie.
- Bei Sprühprodukten und Arbeiten über Kopfhöhe eine Schutzbrille tragen.
- Für gute Belüftung sorgen, besonders in kleinen, fensterlosen Bädern.
- Reiniger niemals miteinander mischen. Vor allem chlorhaltige und saure Produkte dürfen nicht zusammenkommen.
- Etikett und Sicherheitsdatenblatt vor der ersten Anwendung lesen.
Wie bleiben Fugen länger sauber?
Eine Intensivreinigung der Fugen ist aufwendig. Mit einigen Gewohnheiten lässt sich der Abstand zwischen zwei Reinigungen deutlich vergrößern:
- Wischwasser regelmäßig wechseln: Schmutziges Wasser trägt Schmutz direkt in die Fugen.
- Duschwände abziehen: Ein Abzieher nach dem Duschen reduziert Kalk- und Seifenablagerungen in den Fugen.
- Neutrale Unterhaltsreiniger verwenden: Für die tägliche oder wöchentliche Reinigung reichen milde Reiniger. Saure Produkte nur gezielt gegen Kalk einsetzen.
- Gut lüften: Trocknen Fugen schnell ab, haben Beläge und Schimmel weniger Gelegenheit, sich festzusetzen.
- Fugenimprägnierung prüfen: Für zementäre Fugen gibt es Imprägnierungen, die die Schmutzaufnahme verringern. Ob sie für den jeweiligen Belag geeignet sind, sollte vorher mit den Herstellerangaben abgeglichen werden.
Mehr zur Pflege der Fliesen selbst lesen Sie in unserem Beitrag Fliesen und Feinsteinzeug richtig reinigen.
Wann hilft Reinigen nicht mehr?
Nicht jede Verfärbung lässt sich auswaschen. Sind Fugen rissig, sandig oder bröckeln sie aus, ist das Material selbst beschädigt – oft durch jahrelangen Einsatz saurer Reiniger oder durch Feuchtigkeit im Untergrund. Auch Fugen, die sich trotz mehrfacher Intensivreinigung nicht aufhellen, sind in der Regel verfärbt und nicht verschmutzt. In diesen Fällen ist eine Erneuerung der Fugen durch einen Fachbetrieb die dauerhafte Lösung.
Fazit: Fugen reinigen heißt passend zur Fugenart reinigen
Saubere Fugen sind weniger eine Frage des stärksten Reinigers als der richtigen Kombination: ein zur Fugenart passendes Mittel, eine harte, schmale Bürste und gründliches Nachspülen. Zementäre Fugen sollten dabei möglichst mit neutralen oder alkalischen Reinigern gepflegt werden, saure Kalklöser nur gezielt und mit vorgenässter Fuge.
Wer Fugen regelmäßig mit klarem Wischwasser pflegt und die Duschwand abzieht, muss seltener zur Intensivreinigung greifen. Hilft auch diese nicht mehr, ist eine Erneuerung meist wirtschaftlicher als immer neue Reinigungsversuche.
Für die gründliche Reinigung verschmutzter Fliesenfugen in Küche und Bad ist der HOTREGA Fugen-Reiniger zusammen mit einer schmalen Fugenbürste mit hartem Besatz eine bewährte Kombination. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Häufige Fragen zum Fugen reinigen
Womit bekommt man Fugen wieder hell?
Graue Fugen sind meist durch Fett, Seifenreste und Pflegemittelfilme verschmutzt. Ein spezieller Fugenreiniger oder ein Fliesenreiniger mit Aktivsauerstoff löst diese Beläge, eine harte Fugenbürste entfernt sie. Ob die ursprüngliche Farbe vollständig zurückkommt, hängt von Alter und Zustand der Fuge ab.
Darf man Fugen mit Essig reinigen?
Bei zementären Fugen ist davon abzuraten. Essig ist eine Säure und greift das Bindemittel der Fuge an. Bei gelegentlicher Anwendung gegen Kalk sollten die Fugen vorgenässt und gründlich nachgespült werden. Für die regelmäßige Reinigung sind neutrale Reiniger besser geeignet.
Wie oft sollte man Fliesenfugen reinigen?
Das hängt von der Nutzung ab. In Duschen und Großküchen ist eine regelmäßige Intensivreinigung sinnvoll, in wenig genutzten Räumen reicht sie seltener. Bei der laufenden Unterhaltsreinigung sollten Fugen durch klares Wischwasser und passende Reiniger möglichst gar nicht erst stark verschmutzen.
Welche Bürste eignet sich für Fugen?
Eine schmale Handbürste mit hartem Kunststoffbesatz, der bis in die Fuge reicht. Für Bodenflächen ist ein Fugenschrubber mit Stiel ergonomischer. Drahtbürsten können glasierte Fliesen verkratzen und sollten nur mit Vorsicht eingesetzt werden.
Kann man Schimmel aus Silikonfugen entfernen?
Oberflächlicher Befall lässt sich mit einem Schimmelentferner behandeln. Ist der Schimmel in das Silikon eingewachsen, bleiben oft dunkle Stellen zurück. Dann ist das Erneuern der Silikonfuge meist die bessere Lösung. Bei wiederkehrendem Schimmel sollte die Ursache fachlich geklärt werden.
Sind Epoxidharzfugen genauso empfindlich wie Zementfugen?
Nein, Epoxidharzfugen sind dicht und chemisch deutlich beständiger. Sie werden deshalb häufig in Großküchen und Lebensmittelbetrieben eingesetzt. Auch hier gelten aber die Angaben des Fugenherstellers zu geeigneten Reinigungsmitteln.
