In einer Großküche, einer Bäckerei oder einem Fleischbetrieb ist das Reinigungsgerät selbst ein Hygienerisiko. Ein Schrubber, der erst im Sanitärbereich und danach an der Produktionslinie eingesetzt wird, verteilt Keime und Rückstände, statt sie zu entfernen. Eine ausgefallene Borste kann im Produkt landen und wird dann zum Fremdkörper.
Genau auf diese Probleme hat sich der dänische Hersteller Vikan spezialisiert. Dieser Beitrag zeigt, woher das Unternehmen kommt, wie das Farbcodierungssystem funktioniert, was hinter den Bezeichnungen Ultra Hygiene und Ultra Safe Technology steckt und worauf bei Reinigung und Austausch der Geräte zu achten ist.
Wer ist Vikan?
Vikan wurde am 1. Mai 1898 von Anders Peter Pedersen im dänischen Skive gegründet – damals als Bürstenfabrik unter dem Namen Skive Børstefabrik. In den 1950er-Jahren erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen, der für das wachsende Auslandsgeschäft besser geeignet war. Er geht auf den dänischen Ausdruck „vi kan“ zurück, was „wir können“ bedeutet.
Heute ist Vikan mehrheitlich im Besitz einer gemeinnützigen Stiftung, der Vissing Foundation, und hat seinen Sitz weiterhin in Skive. Das Unternehmen beschreibt die hygienische Reinigung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie als seinen Kernbereich. Das merkt man dem Sortiment an: Es geht weniger um den Haushaltsbesen als um Werkzeuge für Bereiche, in denen Hygiene dokumentiert und geprüft wird.
Im Shop finden Sie das gesamte Angebot gebündelt in der Vikan-Kollektion – von Besen und Handfegern über Schrubber, Schaber und Pinsel bis zu Eimern, Schöpfkellen und Stielen.
Warum Farbcodierung bei Reinigungsgeräten?
Die bekannteste Idee aus dem Hause Vikan ist die konsequente Farbtrennung von Reinigungsgeräten. Vikan bezeichnet sich selbst als Wegbereiter der Farbcodierung in den 1990er-Jahren. Der Gedanke dahinter ist einfach: Jeder Bereich bekommt eine eigene Farbe, und Geräte dieser Farbe werden ausschließlich dort benutzt.
Nach Herstellerangaben hilft die Trennung, das Risiko einer Kreuzkontamination durch Mikroorganismen, Lebensmittelrückstände, Allergene, Chemikalien und Fremdkörper zu verringern. Das Sortiment ist in bis zu zwölf Farben erhältlich. Damit lassen sich nicht nur Rein- und Unreinbereiche trennen, sondern auch einzelne Allergene, Produktlinien oder Schichten.
Vikan nennt als mögliches Schema etwa Rot für Hochrisikobereiche, Gelb für Bereiche mit geringem Risiko, Blau für Flächen mit Lebensmittelkontakt und Grün für Böden. Das ist ein Beispiel, keine verbindliche Norm. Welche Farbe wofür steht, legt jeder Betrieb selbst fest und hält es im Hygieneplan fest. Mehr zum Grundprinzip lesen Sie in unserem Beitrag zur Farbcodierung in der Reinigung.
Was bringt ein farbcodiertes System im Alltag?
Der praktische Nutzen zeigt sich vor allem dort, wo viele Personen mit wechselnden Aufgaben arbeiten. Eine Farbregel ist schneller verstanden als eine schriftliche Anweisung und funktioniert auch über Sprachgrenzen hinweg.
- Klare Zuordnung: Ein grüner Schrubber gehört zum Boden, ein blauer Handfeger zur Arbeitsfläche. Verwechslungen fallen sofort auf.
- Einfache Kontrolle: Bei internen Begehungen oder Audits ist auf einen Blick zu sehen, ob Geräte am falschen Ort liegen.
- Allergenmanagement: Getrennte Farben für allergenhaltige Linien verringern das Risiko einer Verschleppung.
- Durchgängigkeit: Weil Vikan Besen, Bürsten, Schaber, Eimer und Stiele in denselben Farben anbietet, lässt sich das ganze Set eines Bereichs einheitlich ausstatten.
Vikan ordnet die Farbcodierung in den Rahmen gängiger Lebensmittelsicherheitsstandards ein und nennt unter anderem HACCP, IFS, BRCGS und FSSC 22000. Ob und wie ein Betrieb sie nutzt, ergibt sich aus seinem eigenen Hygienekonzept. Grundlagen dazu finden Sie in unserem Beitrag Was bedeutet HACCP?
Ultra Hygiene: weniger Fugen, weniger Schlupfwinkel
Ein Reinigungsgerät muss sich selbst gut reinigen lassen. Jede Fuge, jede Schraubverbindung und jeder Hohlraum ist eine Stelle, an der sich Schmutz, Feuchtigkeit und Mikroorganismen halten können. Bei der Ultra-Hygiene-Reihe setzt Vikan deshalb auf ein einteiliges Design.
Der Vikan Ultra Hygienischer Stiel ist ein Beispiel dafür: Er ist aus einem Stück gefertigt, der Hersteller beschreibt ihn als frei von Spalten, in denen sich Bakterien verstecken können. Dasselbe Prinzip findet sich beim Ultra Hygiene Bodenschieber, mit dem Wasser und Reinigungslösung von glatten Böden abgezogen werden.
Neben diesen einteiligen Stielen gibt es im Vikan-Programm Stiele aus Aluminium und aus Fiberglas. Welche Ausführung passt, hängt davon ab, wie stark der Stiel belastet wird und wie er gereinigt werden soll.
Ultra Safe Technology: Was steckt hinter UST?
Die zweite Besonderheit betrifft die Borsten. Bei herkömmlichen Bürsten werden Borstenbündel häufig mit Metallklammern oder Harz im Bürstenkörper befestigt. Lösen sich einzelne Borsten oder Klammern, können sie als Fremdkörper im Produkt landen.
Bei der Ultra Safe Technology, kurz UST, sind die Borsten nach Herstellerangabe einzeln eingebettet, und zwar ohne Metall- oder Harzklammern. Vikan beschreibt das Borstensystem als darauf ausgelegt, das Risiko von Kontamination und Borstenverlust zu minimieren. Ein Beispiel aus dieser Reihe ist der Vikan UST Handfeger, medium.
Für den Handfeger aus der UST-Reihe nennt das Vikan-Datenblatt unter anderem folgende Werte:
| Angabe | Wert laut Datenblatt |
|---|---|
| Spülmaschine | bis 93 °C |
| Autoklav (Sterilisation) | 121 °C |
| Max. Einsatztemperatur | 80 °C |
| Min. Einsatztemperatur | −20 °C |
| pH-Bereich der Gebrauchslösung | 2 bis 10,5 |
Diese Werte gelten für den genannten Artikel. Andere Vikan-Produkte können abweichen; maßgeblich ist jeweils das Datenblatt des konkreten Artikels.
Metalldetektierbare Produkte
Für Betriebe, die ihre Produktion mit Metalldetektoren oder Röntgenanlagen überwachen, bietet Vikan zusätzlich metall- und röntgendetektierbare Utensilien an. Sie sind laut Hersteller für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln ausgelegt. Dazu gehören etwa Schöpfer, Schaber und ein Eimer mit Deckel.
Vikan weist selbst auf eine Grenze hin: Detektierbare Borsten sind in Gegenwart von Lebensmitteln und Verpackung nicht zuverlässig zu erkennen und sind mechanisch weniger belastbar als herkömmliche Borsten. Detektierbarkeit ersetzt also nicht die regelmäßige Sichtkontrolle der Geräte.
Lebensmittelkontakt: Welche Vorgaben nennt Vikan?
Für den Einsatz im Lebensmittelbereich stellt Vikan je Artikel Konformitätserklärungen bereit. In der Erklärung zum UST-Handfeger werden unter anderem die EU-Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände mit Lebensmittelkontakt, die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 über Kunststoffe und die GMP-Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 genannt, außerdem Vorschriften der US-amerikanischen FDA.
Wichtig für die Praxis: Die Konformität gilt nach Herstellerangabe, solange das Gerät intakt und unbeschädigt ist und angemessen gereinigt wird. Ein Schaber mit abgebrochener Kante oder eine Bürste mit fehlenden Borsten erfüllt diese Bedingung nicht mehr.
Wie werden Vikan-Geräte gereinigt und gepflegt?
Vikan empfiehlt, neue Geräte vor dem ersten Einsatz zu reinigen, zu desinfizieren und Etiketten zu entfernen. Danach werden die Geräte vor und nach dem Gebrauch passend zum Einsatzbereich gereinigt. Bewährt hat sich folgender Ablauf:
- Grobe Rückstände entfernen: Anhaftende Lebensmittelreste und Schmutz unter fließendem Wasser abspülen.
- Reinigen: Gerät mit einer geeigneten Reinigungslösung säubern, dabei den pH-Bereich aus dem Datenblatt beachten.
- Spülen: Reinigungsmittelreste gründlich mit klarem Wasser entfernen.
- Desinfizieren oder thermisch behandeln: Je nach Hygieneplan chemisch desinfizieren, in der Spülmaschine oder im Autoklav behandeln – jeweils nur bis zu den im Datenblatt genannten Temperaturen.
- Trocknen und aufhängen: Geräte hängend lagern, damit sie abtrocknen können und keine Borsten verformt werden.
Werden chemische Desinfektionsmittel eingesetzt, gilt: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Beim Umgang mit Reinigungs- und Desinfektionslösungen sind geeignete Chemikalienschutzhandschuhe und gegebenenfalls eine Schutzbrille zu tragen.
Wann sollten Reinigungsgeräte ausgetauscht werden?
Feste Austauschintervalle gibt Vikan nicht vor. Der Hersteller empfiehlt stattdessen regelmäßige Inspektionen im Rahmen einer vorbeugenden Instandhaltung und rät ausdrücklich davon ab, beschädigte oder stark abgenutzte Geräte weiterzuverwenden. Typische Anzeichen sind:
- abgeknickte, ausgefranste oder fehlende Borsten
- Risse, Kerben oder ausgebrochene Kanten an Schabern und Bodenschiebern
- poröse oder rissige Gummilippen
- Verfärbungen und Ablagerungen, die sich nicht mehr entfernen lassen
- lockere Verbindungen zwischen Stiel und Gerät
Für die Aufbewahrung nennt Vikan Wandhalterungen oder sogenannte Shadow Boards – Tafeln, auf denen jedes Gerät einen eingezeichneten Platz hat. So fällt sofort auf, wenn etwas fehlt oder am falschen Ort hängt.
Für wen eignet sich das Vikan-Sortiment?
Am stärksten profitieren Betriebe, die Lebensmittel herstellen oder verarbeiten: Fleisch- und Fischverarbeitung, Molkereien, Bäckereien, Getränkehersteller und Großküchen. Hier spielen Fremdkörper, Allergene und dokumentierte Hygiene eine zentrale Rolle.
Aber auch Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Pflegeeinrichtungen können das System nutzen, etwa um Küche, Sanitärbereiche und Außenflächen sauber voneinander zu trennen. Wer nur einzelne Geräte sucht, findet weitere Besen, Schrubber und Handfeger unter Bürsten & Handgeräte, Schaber und Pinsel unter Pinsel, Spachtel und Schaber.
Fazit: Hygiene beginnt beim Werkzeug
Vikan zeigt, dass ein Reinigungsgerät mehr ist als ein Verbrauchsartikel. Farbcodierung, fugenarme Konstruktion und fest verankerte Borsten zielen alle auf dasselbe: Das Werkzeug soll keine Keime, Allergene oder Fremdkörper in sensible Bereiche tragen.
Den größten Nutzen bringt das System, wenn es konsequent umgesetzt wird – mit einer festgelegten Farbregel im Hygieneplan, regelmäßiger Reinigung der Geräte nach Datenblatt und dem rechtzeitigen Austausch abgenutzter Teile.
Für den Einstieg eignet sich ein Set pro Bereich aus UST Besen, passendem Handfeger und hygienischem Stiel in derselben Farbe. Das komplette Sortiment mit allen Farben finden Sie in der Vikan-Kollektion.
Häufige Fragen zu Vikan
Woher kommt die Marke Vikan?
Vikan ist ein dänischer Hersteller mit Sitz in Skive. Das Unternehmen wurde 1898 als Bürstenfabrik gegründet und ist heute auf hygienische Reinigungsgeräte für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie spezialisiert.
Wie viele Farben gibt es im Vikan-System?
Nach Herstellerangabe ist das Sortiment in bis zu zwölf Farben erhältlich. Nicht jedes Produkt gibt es in jeder Farbe; die verfügbaren Farben stehen beim jeweiligen Artikel.
Gibt es eine verbindliche Farbzuordnung?
Nein. Vikan nennt Beispielschemata, die Zuordnung legt aber jeder Betrieb selbst fest. Wichtig ist, dass die Regel im Hygieneplan dokumentiert ist und alle Mitarbeitenden sie kennen.
Was bedeutet UST?
UST steht für Ultra Safe Technology. Bei diesen Bürsten und Besen sind die Borsten laut Vikan einzeln und ohne Metall- oder Harzklammern im Bürstenkörper verankert, um Borstenverlust und Kontamination zu minimieren.
Können Vikan-Geräte in die Spülmaschine?
Viele Artikel sind laut Datenblatt spülmaschinengeeignet, beim UST-Handfeger etwa bis 93 °C. Die zulässigen Temperaturen unterscheiden sich je Artikel und sollten im jeweiligen Datenblatt nachgelesen werden.
Wie oft sollten Bürsten und Besen ersetzt werden?
Ein festes Intervall gibt es nicht. Vikan empfiehlt regelmäßige Inspektionen und den Austausch, sobald Geräte beschädigt oder stark abgenutzt sind – etwa bei fehlenden Borsten oder Rissen.
